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Ergonomie: Vom 'Luxus-Design' zur Arbeitsplatz-Normierung
Inklusive Tipps für gesundes Sitzen am Bildschirmarbeitsplatz!

Fachbeitrag: Ergonomie: Vom 'Luxus-Design' zur Arbeitsplatz-Normierung
Fachbeitrag: Ergonomie: Vom 'Luxus-Design' zur Arbeitsplatz-Normierung

Die ergonomische Gestaltung von Arbeitsplätzen wird von vielen Arbeitsmittel- und Maschinen-Herstellern, aber auch von Arbeitgebern noch immer als Luxus angesehen. Doch immer deutlicher zeigt sich, dass Ergonomie wichtig ist, um die Arbeitsfähigkeit der Menschen bis ins Rentenalter zu erhalten und um Kosten durch Arbeitsausfälle zu vermeiden. Auch 2016 verursachten Muskel-Skelett-Erkrankungen (MSE) die meisten Fehltage, nämlich 22 %. Diese werden oft von nicht ausreichend ergonomischen Arbeitsmitteln, Arbeitsplätzen, Werkzeugen, Geräten oder Maschinen ausgelöst. Psychische Erkrankungen und Erkrankungen des Atmungssystems folgen mit 17 Prozent und 15 Prozent in der Statistik.


Ergonomie-Normen für Europa

Doch auch wenn die Notwendigkeit eines ergonomischen Designs von Produkten und Arbeitsprozessen erkannt wird, ist es nicht immer einfach, ergonomische Erkenntnisse in den Entwicklungs- und Herstellungsprozess zu übertragen. Ergonomisches Wissen ist in vielen Bereichen bereits vorhanden, es wird aber nach einem Bericht der Kommission Arbeitsschutz und Normung (KAN) immer noch zu selten in die Praxis umgesetzt. Ein Grund ist u. a. die mangelnde Kommunikation zwischen Wissenschaft und Produktentwicklern bzw. herstellenden Betrieben.


Ergonomische Lösungen gibt es viele

Doch auch wenn die europäischen Normierungsmühlen nur langsam mahlen, gibt es zum Glück bereits viele Hersteller von Arbeitsmitteln, die praxisorientierte Lösungen zur Ergonomie entwickelt und auf den Markt gebracht haben. Viele ergonomische Innovationen beruhen dabei auf komplexen Forschungsarbeiten zu den physischen Leistungsvoraussetzungen des Menschen. Bewährte „Klassiker“ sind z. B. ergonomische Arbeitsplatzmatten zur Entlastung an Steharbeitsplatzen sowie Antirutsch-Folien, -Laufroste oder -Matten zur Vermeidung von Rutschunfällen. Eine wichtige Erkenntnis der Ergonomie ist zudem, dass sich Arbeitsplatzmöbel den Bedingungen des Körpers anpassen müssen und nicht umgekehrt. So sind Steh-Sitz-Arbeitsplätze, ergonomische Bürostühle und Stehentlastungen, die ein dynamisches und damit körperschonendes Arbeiten an Büro- und Bildschirmarbeitsplätzen ermöglichen, in Betrieben keine Seltenheit mehr.

Ein weiterer wichtiger Aufgabenbereich der Ergonomie ist die Entlastung des Körpers beim Heben und Tragen, etwa durch die Unterweisung rückenschonender Bewegungsabläufe oder die Bereitstellung von höhenverstellbaren Arbeitsplattformen und Hebehilfen. Des Weiteren gibt es bewährte Hilfsmittel, welche der Entstehung von RSI-Syndromen (z. B. Mausarm, Tennisarm) am Arbeitsplatz vorbeugen.


Tipps zur richtigen Haltung am Bildschirmarbeitsplatz

Vorzeitiges Ermüden der Augen und Muskulatur, Nacken- und Rückenschmerzen, Kopfschmerzen sowie Überlastungen der Hand- und Fingergelenke können Sie am Bildschirmarbeitsplatz vermeiden, wenn Sie ein paar einfache Regeln bei der Sitzhaltung beachten. Sie sitzen ergonomisch richtig, wenn Sie

  • am Arbeitsplatz eine entspannte Haltung einnehmen können und nicht den Kopf oder Oberkörper verdrehen müssen, um auf den Monitor zu schauen.
  • Ihre Füße ganz auf dem Boden aufsetzen können. Ober- und Unterschenkel bilden einen 90°-Winkel. Ihr Bürostuhl sollte entsprechend höhenverstellbar sein.
  • auf der gesamten Sitzfläche sitzen und beim Anlehnen an die Rückenlehne noch Ihre Hand zwischen Kniekehle und Sitzfläche passt.
  • zwischen Tischkante und Tastatur Platz haben, um die Handgelenke abzustützen. Ideal ist eine ergonomische Hand-Auflage, auf der Sie die Handballen beim Tippen entspannt ablegen können. Das gleiche gilt für die Bedienung der Computermaus.
  • nicht mit hochgezogenen Schultern arbeiten und zwischen Ober- und Unterarm sich ein rechter Winkel bildet, mit den Händen in gerader Verlängerung der Unterarme.
  • „dynamisch“ sitzen und dabei öfter die Körperhaltung ändern können. Stehen Sie regelmäßig auf, strecken und räkeln Sie sich und lassen Sie die Schultern öfter bewusst entspannt nach hinten fallen.

Weiterführende Links:


Krankenstand und Ausfallgründe 2016 (DAK)

Richtiges Sitzen im Büro (VBG)

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