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Sicherer Umgang mit Gefahr- und Schadstoffen

Gefahrstoffe und Schadstoffe am Arbeitsplatz: Fachinformation auf TANDEM-Piazza
Gefahrstoffe und Schadstoffe am Arbeitsplatz: Fachinformation auf TANDEM-Piazza

Der sichere Umgang mit Gefahrstoffen und Schadstoffen sollte bei Arbeitsschutzmaßnahmen am Arbeitsplatz oberste Priorität haben. In mehr als 1 Millionen Unternehmen in Deutschland werden zum Beispiel Tätigkeiten mit krebserzeugenden Gefahrstoffen ausgeführt. Immer noch kommen Tausende Arbeiter auf Baustellen mit Asbest in Kontakt, und auch bei vielen anderen Tätigkeiten enstehen Gefahrstoffe oder werden welche verwendet.

Als Gefahrstoffe bezeichnet man in der Regel giftige, ätzende, entflammbare oder explosive Chemikalien, die in der Produktion Verwendung finden oder als Abfallstoffe entstehen. Schadstoffe sind Gase, Feinpartikel oder Flüssigkeiten, die beim Arbeitsprozess in die Umwelt entweichen und somit ein Gesundheitsrisiko am Arbeitsplatz und eine Belastung der Natur verursachen. In vielen Betrieben besteht noch Aufklärungsbedarf zu Gefahr- und Schadstoffen, zumal die gesetzlichen Auflagen für den Umgang mit Gefahrstoffen im Betrieb in den letzten Jahren deutlich verschärft wurden.


Gefahrstoffe

Die Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) schreibt viele Regelungen zur Beseitigung oder Verringerung der Gefährdung durch Gefahrstoffe vor. Ein großer Teil der Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS), welche die Gefahrstoffverordnung konkretisieren, sind inzwischen überarbeitet worden und werden es auch in Zukunft, damit sie immer auf dem Stand der Technik bleiben. Für kleinere und mittlere Betriebe sind vor allem die TRGS 400 (Gefährdungsbeurteilung für Tätigkeiten mit Gefahrstoffen), die TRGS 500 (Schutzmaßnahmen), die TRGS 555 (Betriebsanweisung und Information der Beschäftigten) und die TRGS 526 (Laboratorien) von Bedeutung. Auch durch die EU-Verordnung REACH sind Betriebe heute verstärkt verpflichtet, Gefahrstoffe im Betrieb zu erkennen, zu beurteilen und ggf. zu melden. Wichtig ist daher ein professionelles Gefahrstoffmanagement, das von der Bestimmung über die Lagerung und das Hantieren mit Gefahrstoffen bis zur fachgerechten Entsorgung der Chemikalien reicht. Mit Hilfe von Messgeräten und Bestimmungshilfen (Gefahrstoff-Datenbanken und -Software) sowie der Beratung durch geschulte Fachleute können chemische Gefahren im Betrieb erkannt und beurteilt werden.

Auch für die richtige Aufbewahrung und den Transport von Gefahrgut gibt es eine Fülle an Sicherheitsbehältern und Lagereinrichtungen. Spezielle Entnahmesysteme und -pumpen sichern das Hantieren mit Chemikalien. Entscheidend ist dabei die intensive Schulung der Mitarbeiter, die Kontakt mit Gefahrstoffen haben. Nutzen Sie daher professionelle Schulungsmedien (DVD, Videos) und Fachseminare oder Trainings zur Weiterbildung.


Schadstoffe

Beim Arbeitsprozess entstehen häufig Schadstoffe, z. B. Löt- und Schweißrauche, Staubpartikel beim Schleifen und Fräsen oder Abgase von Motoren. Zur Erfassung dieser flüchtigen Gase und Feinpartikel sollte man hochwertige Spezial-Messgeräte (Emissionsmessgeräte, Partikelmesser, Strahlungsmesser) verwenden, um Entstehungsort und Gefährdungsgrad durch den Schadstoff bestimmen zu können.

Nach der Schadstoffmessung sollten Maßnamen zur Schadstoffvermeidung getroffen werden. Ist dies nicht möglich, sollten Geräte zur Bindung bzw. zum Absaugen von Emissionen zum Einsatz kommen. Besonders für die Luftreinhaltung am Arbeitsplatz gibt es eine Vielzahl an Speziallösungen für unterschiedliche Arbeitseinsätze: Absaugarme zum direkten Absaugen von Schadstoffen an der Emissionsquelle, Entlüftungsanlagen oder Arbeitstische mit integrierter Filteranlage.

Der Zigarettenqualm gehörte früher zu den häufigsten Schadstoffen am Arbeitsplatz. Manche Unternehmen bieten auch heute Raucherkabinen an, um dem Nichtraucherschutz gerecht zu werden.


Auf dem Laufenden bleiben

Der sichere Umgang mit Gefahrstoffen und Schadstoffen im Betrieb ist ein komplexe Aufgabe, die regelmäßige Schulung und eine kontinuierliche Beobachtung der gesetzlichen Vorgaben erfordert.

Professionelle Handbücher, Schulungsmaterialien und Checklisten helfen dabei, die Übersicht zu behalten. Größere Betriebe sollten oder müssen einen eigenen Gefahrstoffbeauftragten ernennen oder auf die professionelle Beratung von externen Fachkräften zurückgreifen. Nehmen Sie die Gefahren durch Chemikalien und Schadstoffe im Betrieb nicht auf die leichte Schulter – der Gesundheit Ihrer Mitarbeiter und der Umwelt zuliebe.

Weiterführende Links:


TRGS 400 'Gefährdunsgbeurteilung für Tätigkeiten mit Gefahrstoffen' (BAuA)

TRGS 555 'Betriebsanweisung und Information der Beschäftigten' (BAuA)

TRGS 500 'Schutzmaßnahmen' (BAuA)

Gefahrstoffinformationssystem Chemikalien (GisChem)

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