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Sicherer Umgang mit Lärm
Lärmschutz und Lärmminderung

Kapselgehörschutz ist die letzte Option bei Lärmschutzmaßnahmen am Arbeitsplatz
Kapselgehörschutz ist die letzte Option bei Lärmschutzmaßnahmen am Arbeitsplatz

Lärm gehört zu den häufigsten Gesundheitsgefährdungen am Arbeitsplatz. Da Schäden am Gehör häufig irreversibel sind (Schwerhörigkeit, Taubheit, Tinnitus), wurden die Grenzwerte für Geräuschemissionen am Arbeitsplatz in der Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung (LärmVibrationsArbschV) vom März 2007 verschärft. Damit ergaben sich Eckpunkte für die Gefährdungsbeurteilung (Lärm- und Vibrationsmessung) und die zu ergreifenden technischen und organisatorischen Lärmschutzmaßnahmen sowie den Einsatz von Gehörschutz als Persönliche Schutzausrüstung (PSA). Die wichtigsten Lösungen für einen effektiven Lärmschutz am Arbeitsplatz stellen wir Ihnen hier vor.


Das steht in der LärmVibrationsArbSchV

Die Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung ersetzte die bis dato gültige Unfallverhütungsvorschrift (UVV) "Lärm" (BGV B3 bzw. GUV-V B3) und setzt zwei europäische Arbeitsschutzrichtlinien zu Lärm und Vibrationen in nationales Recht um. Wichtig sind die Leitgrößen "Tages-Lärmexpositionspegel" (LEX,8h) und "Spitzenschalldruckpegel" (LpCpeak) zur Beschreibung des Lärms am Arbeitsplatz:

Ab einem durchschnittlichen Lärmpegel von 80 dB(A) besteht die Pflicht zur Unterweisung der Arbeitnehmer sowie zur Bereitstellung von Gehörschutz. Ab einem Tages- Expositionslärmpegel von 85 dB(A) bzw. Spitzenlärmpegel von 137 dB(C) müssen Lärmbereiche gekennzeichnet, ein Lärmminderungsprogramm durchgeführt sowie regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen angeboten werden. Der Tages-Vibrationsexpositionsgrenzwert für Hand- Arm-Vibrationen (HAV) beträgt 2,5 m/s2 und für Ganzkörper-Vibrationen (GKV) 0,5 m/s2.


Gefährdungsbeurteilung: Lärm-, Schwingungs- und Vibrationsmessung

Das wichtigste Hilfsmittel für eine Lärm- und Vibrationsanalyse am Arbeitsplatz sind zuverlässige Messgeräte zur Erfassung von Schallpegel, Schallfrequenzen und Schwingungen. Messungen müssen von einer fachkundigen Person mit geeigneten Messgeräten und Messverfahren durchgeführt werden. Je nach Art der Emission (Maschinenlärm, Verkehrslärm, Vibrationen usw.) müssen unterschiedliche Methoden der Lärmmessung beachtet werden. Wichtig ist eine kontrollierte Messung über einen längeren Zeitraum. Die Messkette ist vor und nach der Messung zu überprüfen (z. B. mit einem Kalibrator). Beachten Sie auch die DIN 45645-2 "Ermittlung von Beurteilungspegeln aus Messungen zu Geräuschemissionen am Arbeitsplatz". In den meisten Lärmmessgeräten können die Messwerte digital gespeichert und direkt analysiert werden. Messergebnisse sind vom Arbeitgeber mindestens 30 Jahre aufzubewahren.


Lärmschutz-Maßnahmen

Übersteigen die gemessenen Werte den vorgeschriebenen Beurteilungspegel am Arbeitsplatz, schreibt der Gesetzgeber Lärmschutzmaßnahmen in folgender Reihenfolge vor:

1. Technische Lärmschutz-Lösungen: Lärmmindernd wirkt sich zum Beispiel die Einkapselung von Maschinen mit Schalldämmungsmaterialien und Schallabsorbern aus. Auch bauseitige Lärmdämmungen wie schallabsorbierende Fußböden und Lärmschutzmatten sowie Dämmwände reduzieren die Ausbreitung und die Reflexion von Lärm am Arbeitsplatz. Der Markt bietet auch spezielle Lärmschutzräume bzw. Lärmschutzkabinen. In solchen schalldichten Räumen können entweder lärmintensive Arbeiten ausgeführt oder Mitarbeiter vor Lärmemissionen im Außenbereich geschützt werden.

2. Organisatorische Lärmschutz-Maßnahmen: Hierzu gehören alle Lösungen zur Lärmvermeidung (nicht benötigte Geräte ausschalten, zeitliche Begrenzung von lärmintensiven Arbeiten, nicht hupen usw.) oder zur räumlichen Trennung der Arbeitsplätze von Lärmquellen. Dienstleister im Bereich Arbeitsschutz-Management können Sie bei der organisatorischen Lärmkontrolle beratend unterstützen.

3. Einsatz Persönlicher Schutzausrüstungen (PSA) gegen Lärm: Um das Gehör vor Lärm zu schützen, gibt es verschiedene Formen von Gehörschutz oder Gesichts-Gehörschutz-Kombinationen. Gehörschutzkapseln werden mit einem größenverstellbaren Federbügel am Kopf gehalten oder direkt am Schutzhelm befestigt. Dieser Bügelgehörschutz kann auch mit Kommunikationstechnik (Headsets) oder Radio ausgestattet werden. Noch höheren Tragekomfort bieten moderne Ohrenstöpsel, die nach dem Ohr des Gehörschutzträgers geformt sind (Otoplastiken). Auch für diesen individuell angepassten Gehörschutz gibt es heute integrierte Kommunikationsmodule. Studien haben allerdings ergeben, dass Gehörschutze in der Praxis häufig nicht korrekt angelegt werden und daher oft nur mit 80 % der angegeben Dämpfungsleistung wirken können. Richtwerte für die korrekte Anwendung von Ohrschützern finden Sie in der DGUV-Regel 112-194 "Einsatz von Gehörschützern".


Lärm ist keine Bagatelle

Lärmgeminderte Arbeitsplätze sichern nicht nur die Gesundheit und Konzentrationsfähigkeit der Mitarbeiter, sondern beugen auch Unfällen vor, da Warnsignale und Fahrzeuge besser gehört werden können. Der Einsatz von Gehörschützern als persönliche Schutzausrüstung sollte dabei immer die letzte Lärmschutzmaßnahme sein, wenn trotz betriebsorganisatorischer, technischer oder bauseitiger Lärmminderungen die zulässigen Grenzwerte überschritten werden. Regelmäßige arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen für Ihre Mitarbeiter und Unterweisungen im Umgang mit Lärm sind wichtige Präventionsmaßnahmen gegen bleibende Gehörschäden.

Weiterführende Links:


DGUV-Regel 112-194 Benutzung von Gehörschutz (DGUV, PDF)

Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutz-Verordnung (gesetze-im-internet.de)

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