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Ergonomie: Ideen für gesundes Arbeiten
Von Staublungen und Mausarmen

Ergonomie am Arbeitsplatz: Fachbeitrag auf TANDEM-Piazza
Ergonomie am Arbeitsplatz: Fachbeitrag auf TANDEM-Piazza

Der arbeitende Mensch ist seit jeher Belastungen ausgesetzt, die seine Gesundheit und damit auch seine Leistungsfähigkeit beeinträchtigen können. Um diesen Risiken zu begegnen, entwickelte sich aus Erfahrungen, Ideenreichtum und technologischem Fortschritt die "Ergonomie" als Lehre von der Arbeit (griechisch: "nomos"=Lehre, "ergon"=Arbeit). Dabei müssen immer neue vorbeugende Maßnahmen entwickelt werden, denn die Arbeitswelt und ihre Krankheitsbilder verändern sich ständig: von der Staublunge in der Industriearbeit zum "Mausarm" infolge repetativer "Klick-Arbeit" am Computer.

Das Institut für Arbeitsschutz bei der DGUV (IFA) definiert das Ziel der Ergonomie als die optimale Anpassung der Arbeit and die Eigenschaften und Fähigkeiten des arbeitenden Menschen. Die Reichweite der Ergonomie ist damit enorm, denn auch Schulung und Ausbildung, Arbeitssicherheit oder Wirtschaftlichkeit durch Arbeitsablaufoptimierung sind letztlich ergonomische Aspekte. Im engeren Sinne wird unter Ergonomie jedoch meist eine optimierte Arbeitsplatzgestaltung verstanden.


Ergonomie am Arbeitsplatz

Ergonomische Maßnahmen am Arbeitsplatz lassen sich in der Regel drei Hauptbereichen zuordnen: den Arbeitsmitteln, der Arbeitsumgebung und den Arbeitsabläufen.

Bei den Arbeitsmitteln geht es um die Optimierung der "Mensch-Maschine-Schnittstelle" wie dem Bildschirmarbeitsplatz mit Monitor, Tastatur, Maus und Software. Offizielle Mindestanforderungen waren dabei in der Bildschirmarbeitsverordnung von 1996 festgelegt, die im Jahr 2016 in die "Arbeitstättenverordnung" (ArbStättV) eingeflossen ist. Doch auch Werkzeuge und Maschinen vom Bleistiftspitzer bis zum Aktenvernichter oder Kommunikationstechniken wie Headsets und Telefonanlagen können ergonomisch durchdacht werden. Besonders durch den Einsatz ergonomischer Arbeitsmöbel wie höhenverstellbaren Tische, Sitz-Steharbeitsplätzen, Stühlen, Schränken, Ablagetischen usw. kann eine effektive Verringerung der Belastung des Muskel-Skelett-Systems erreicht werden. Auch Berufskleidung sollte nach ergonomischen Aspekten ausgewählt werden, etwa durch Spezialschuhe bei überwiegend stehender Tätigkeit.

Weniger bekannt ist, dass zur Ergonomie auch die ebenso wichtige Analyse und Optimierung der Arbeitsumgebung zählt. Krankheitssymptome können z.B. schon durch eine unzureichende Beleuchtung entstehen. Diese sollte im Bereich zwischen 50-1500 Lux liegen, je nach Tätigkeit. In der Technischen Regel für Arbeitsstätten ASR A3.4 "Beleuchtung" gibt es eine Tabelle mit Idealwerten. Im Büro sind zum Beispiel 500 Lux fürs Schreiben, Lesen und Datenverarbeiten günstig. Beim Technischen Zeichnen sind 750 lx angebracht.

Professionelle Messgeräte erfassen dabei sowohl das Raumlicht als auch die Lichtstärke von Bildschirmen. Andere Messgeräte zeigen das vorherrschende Klima an: Temperatur, Luftfeuchtigkeit oder Zugluft, die maximal 0,15 m/sec betragen sollte. Besonders im industriellen Bereich sind Lärmpegelmessungen notwendig, denn Hörschäden sind häufig irreversibel. Doch nicht nur Schalldruck, sondern auch Schwingungen und Vibrationen durch Maschinen sollten bestimmte Werte nicht überschreiten. Diese sind in der Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung (LärmVibrationsArbschV) festgelegt.

Weitere Aspekte in der Ergonomie der Arbeitsumgebung sind die Flächennutzung im Büro sowie die sicherheitsgerechte Gestaltung von betrieblichen Verkehrswegen. Für optimierte und unfallfreie Arbeitsabläufe werden Arbeitsflächen, Benutzerflächen, Möbelfunktionsflächen, Verkehrswegeflächen und Bedienwegeflächen unterschieden. Zunehmend wird dabei auch die große Bedeutung der richtigen Fußbodenbeschaffenheit erkannt. Spezielle Arbeitsmatten und Bodenbeläge verringern die Gefahr von sogenannten SRS-Unfällen (Stolper-, Sturz- und Rutschunfällen). Sie mindern effektiv die Rutschgefahr, Stolperstellen werden überbrückt, elektrostatische Aufladungen vermieden und bei Notfällen können fluoreszierende Bodenbeläge den rettenden Weg aus der Gefahr weisen.

Ein dritter Bereich der Ergonomie am Arbeitsplatz ist die Optimierung von Arbeitsabläufen. Mit Hebezügen, Seilzügen, Greifwerkzeugen, Manipulatoren und anderen ergonomisch durchdachten Mechanismen können Beschäftigte ohne Gesundheitsrisiko auch schwere Lasten ziehen, schieben oder heben. Besonders bei sich wiederholenden Bewegungsabläufen vermeiden Sie durch ergonomische Lösungen die Gefahr eines chronischen RSI-Syndroms (Repetitive Strain Injury).


Gesetze für gesunde Arbeitsplätze

Die Ergonomie schützt Ihre Mitarbeiter vor körperlichen Schäden auch bei langfristiger Ausübung ihrer Tätigkeit. Viele Maßnahmen werden dabei durch Gesetze und Arbeitsstätten-Richtlinien vorgeschrieben. So wurde die europäische Rahmenrichtlinie Arbeitsschutz (89/391/EWG) in Deutschland 1996 zur Grundlage eines neues Arbeitsschutzgesetzes (ArbSchG). Jeder Betrieb ist zur Durchführung einer "Arbeitsplatzbeurteilung" bzw. "Gefährdungsbeurteilung" an jedem Arbeitsplatz verpflichtet. Legen Sie also hohen Wert auf ergonomische Arbeitsplätze – zur Sicherheit und Zufriedenheit Ihrer Mitarbeiter und für die Wirtschaftlichkeit Ihres Betriebs!

Weiterführende Links:


Ergonomie - Arbeitsplatz und Arbeitsmittel (IFA)

ergo-online

BG ETEM: Broschüre "Ergonomie"

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